Therapeutische Wohngruppe

 

Wege aus dem Abseits

Therapeutische Wohngruppe für junge Menschen mit der Diagnose „Autistische Störung“- Asperger Syndrom und High Functioning Autismus – gem. §§ 27,2 i. V. m. 34 und 35 a SGB VIII

 

Das Verhalten der Mitmenschen ist mir ein Rätsel …
So sehen es junge Menschen mit der Diagnose „autistische Störung“. Sie haben trotz mitunter hohem Intelligenz- und Sprachniveau Schwierigkeiten bei der Aufnahme und Gestaltung von Kontakten. Es fällt ihnen z. B. schwer, sich in die Lage Anderer hineinzuversetzen, deren Gefühlsäußerungen (Mimik, Gestik) zu deuten und auf die Kontaktangebote der Mitmenschen angemessen zu reagieren. Durch Probleme im Erkennen und Anwenden sozialer Regeln ecken die jungen Menschen oft an und geraten in die Isolation. Autisten sind auf spezialisierte Hilfe angewiesen – um zu lernen, das Verhalten Anderer zu verstehen und darauf einzugehen, zur Unterstützung der eigenen Verhaltensorganisation und zur Anwendung hilfreicher Strategien der Alltagsbewältigung. Unsere therapeutische Wohngruppe bietet diese Lernmöglichkeit, wenn das eigentliche Zuhause und lebensweltliche Umfeld dies nicht mehr leisten kann. Ziel ist die ganzheitliche Förderung des jungen Menschen zum Aufb au eines selbstbestimmten weitestgehend unabhängigen Lebens.

 

Was wollen wir erreichen?

Ausbau der Handlungsmöglichkeiten zur Entwicklung eigener Interessen
Erweiterung der sozialen Kompetenzen durch die Schaffung transparenter sozialer Situationen – reizarmes Umfeld und klare überschaubare Alltagsstrukturen
Abbau und Verminderung von Ängsten, Zwängen und aggressivem Verhalten
Förderung und Entwicklung von Selbständigkeit und Selbstwertgefühl
Förderung der verbalen und nonverbalen Kommunikationsfähigkeit (u. a. mit Hilfe der TEACCH Fördermethode)

 

Wie sieht der Alltag aus (Auszug)?

  • die jungen Menschen werden aktiv in die Planung und Gestaltung des Alltags einbezogen (Einkaufen, Zubereitung von Mahlzeiten usw.)
  • es gibt Zeit und Raum, um individuelle Vorlieben, Neigungen und Hobbys ausleben zu können
  • viel körperliche Bewegung (spazieren gehen, schwimmen, Rad fahren) und Naturerlebnisse
  • Integration und Miteinander wird gelebt – z. B. durch Aktionen in der Gruppe wie gemeinsames Grillen, oder indem Feste ausgerichtet bzw. besucht werden
  • es finden Kurzfreizeiten (Einzelbetreuungen) statt, die individuell auf die Interessen und den Bedarf des jungen Menschen abgestimmt sind
  • zur Förderung der sozialen Interaktion führen wir regelmäßig ein autismusspezifisches Kompetenztraining durch (in der Gruppe und individuell)
  • ein positives Erleben bieten Kurzreisen und die einmal im Jahr stattfindende Gruppenfahrt

 

Wo werden die jungen Menschen wohnen?

  • Die Wohngruppe mit insgesamt 7 Plätzen befindet sich in einem Gebäudeteil des Kinder- und Jugendheims Stolpe in der Nähe von Angermünde.
  • Das ehemalige Gutshaus ist umgeben von einem großzügig angelegten Gelände mit weitläufigen Grünflächen, einem Sportplatz und einem Kleintiergehege.
  • Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer. Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern/Angehörige sind vorhanden.
  • Das Angebot profitiert von der langjährigen Erfahrung der GFB in der stationären Jugendhilfe und vom autismusspezifischen Fachwissen der Ostkreuz gGmbH Berlin- Brandenburg.

 

Vorderansicht

Ruhiges Wohnen im ehemaligen Gutshaus in Stolpe

 

Wer kann in die Wohngruppe aufgenommen werden?

  • junge Menschen ab dem 12. Lebensjahr (m/w) mit einer Primärdiagnose „Autistische Störung“ (Asperger Syndrom, High Functioning Autismus) in mittelschwerer bis schwerer Ausprägung
  • es muss für den Betroffenen eine Zuordnung nach §35a SGB VIII vorliegen und die Notwendigkeit einer stationären Unterbringung

 

Eltern können sich zur Bedarfsklärung und Antragstellung an das ortszuständige Jugendamt wenden.
Es gibt keine Beschränkung des Einzugsbereichs.
Vor einer Aufnahme werden zwischen der Einrichtung, den Eltern und dem Betroffenen Informationen ausgetauscht und Voraussetzungen bzw. Erwartungen besprochen.

Die TWG ist ein Projekt aus der Kooperation der Träger GFB – Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher und der Ostkreuz City gGmbH.

 

Kontakt / Anfragen

GFB, Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH
Jugendhilfeverbund Uckermark / TWG Stolpe
Leopold-von-Buch-Str. 45,
16278 Angermünde / OT Stolpe

Einrichtungsleiter: Gerd Henselin
Pädagogische Leitung TWG: Silke Berkner
Tel.: 033338/ 869 – 0 (- 18),
Fax: 033338/ 869 – 20
E-Mail: @
www.gfb-potsdam.de

 

Ostkreuz City gGmbH

Sonntagstr. 1,
10245 Berlin

Fachkoordination TWG: Anke Siegemund
Tel.: 030/ 291 88 57,
Fax 030/ 27 57 44 06
E-Mail: @
www.ostxcity.de